Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer Waldbesitzer wird, betritt Neuland. In den folgenden Abschnitten beantworten wir für Sie einige grundlegende, immer wiederkehrende Fragen zu diesem Thema. Beachten Sie auch den Abschnitt „10 Dinge, die ein Waldbesitzer wissen sollte“.

 

Allgemein gilt: Bei Fragen wenden Sie sich am besten an Ihren Förster am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oder für eine professionelle Umsetzung forstlicher Maßnahmen an Ihre Förster der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse oder an forstliche Dienstleister.

 

Darf ich meinen Wald vollständig abernten?

Nein. Denn Sie sind dafür verantwortlich, dass Ihr Wald erhalten bleibt. Wenn Sie auf größerer Fläche alle Bäume fällen, müssen an diesen Stellen innerhalb von drei Jahren junge Bäume nachwachsen oder von Ihnen gepflanzt werden.

Ein flächiges „Umschneiden“ von Bäumen ist eine Ausnahme und nur dann sinnvoll, wenn der gesamten Wald vor Kalamitäten wie Borkenkäferbefall geschützt oder nach Sturmschäden aufgeräumt werden muss. Ein weiterer Grund kann sein, wenn Sie eine Waldfläche stärker belichten möchten. Kahlhiebe sollten vermieden werden. Ohne den Schutz benachbarter Bäume werden die Temperaturen auf diesen Flächen extremer. Im Winter wird der Frost und im Sommer wird die Hitze ausgeprägter, so dass viele Baumarten (z. B. Tanne, Buche) nicht mehr keimen und wachsen können. Mehr Informationen zur Holzernte und Waldverjüngung erhalten Sie bei Ihrem Förster. 

 

Was mache ich bei Schädlingsbefall in meinem Wald?

Als Waldbesitzer müssen Sie Ihren Wald regelmäßig kontrollieren, um kranke oder von Schädlingen befallene Bäume rasch zu bemerken. Auffällige und befallene Bäume müssen schnellstmöglich aus dem Bestand entfernt werden, da sich besonders tierische Schädlinge darin rasant vermehren und schnell auf Nachbarbestände übergreifen.

Das bekannteste Beispiel für einen großflächigen Schädlingsbefall an Fichten ist der Fichtenborkenkäfer. Ein solcher Befall fordert rasches und konsequentes Handeln durch Förster und Waldbesitzer. Falls Sie die Bekämpfung nicht fristgerecht durchführen, kann die Forstbehörde die Maßnahmen auf Ihre Kosten durchführen lassen. In diesem Fall werden Bekämpfungsmaßnahmen angeordnet.

Wenn Sie gehäuft schwache oder absterbende Bäume in Ihrem Wald wahrnehmen, kontaktieren Sie Ihren Förster.

 

Wieviel Holz wächst in meinem Wald und wieviel kann ich ernten?

Das Wachstum der Bäume kann man jedes Jahr an den neuen Jahresringen sehen. Ein Baum wächst jedoch nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe. Wie stark ein Baum pro Jahr wächst, ist vom Licht, vom Wasser, von der Nährstoffversorgung und dem Klima abhängig. Damit diese Standortbedingungen, die überall verschieden sind, gut ausgenützt werden und sich die Bäume optimal entwickeln, ist die Zusammensetzung der Baumarten von Fläche zu Fläche anzupassen. Ihr Beratungsförster am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sagt Ihnen, welche Baumarten in welcher Zusammensetzung für Ihre Flächen optimal geeignet sind.

In Bayern schwankt der jährliche Holzzuwachs pro Hektar und Jahr, je nach Standort, Baumartenzusammensetzung und Alter der Bäume, zwischen fünf und 20 Festmetern. Die Frage, wie viel Holz pro Jahr in ihrem Wald wächst und wie viel sie ernten können, lässt sich daher nicht pauschal beantworten.

Mehr Informationen über Zuwachs und mögliche Holznutzungen bekommen Sie von Ihrem Förster.

 

Darf ich meinen Wald einzäunen?

Grundsätzlich hat die Bevölkerung im Wald ein freies Betretungsrecht.

Ein Zaun darf nur dann gezogen werden, wenn er kleine, aufwachsende Bäume (Naturverjüngung, Pflanzung, Saat) vor Schalenwildverbiss schützt. Deshalb dürfen Sie Ihren Wald nicht generell umzäunen und Sie müssen Verbissschutzzäune, die nicht mehr gebraucht werden, baldmöglichst abbauen und entsorgen.

 

Was bedeutet die „Verkehrssicherungspflicht“?

Waldbesitzer, deren Wald an einer öffentlichen Straße, einer Bahnlinie oder einem öffentlichen Weg (z. B. Radfahrweg, aber auch Waldparkplatz) liegt, sind verpflichtet, Gefährdungen von Menschen aber auch des Straßen- und Bahnverkehrs zu verhindern. Sie sind verpflichtet, Ihren Bestand regelmäßig zu kontrollieren, und umsturz- oder bruchgefährdete Bäume sowie Totholz, von denen eine Gefahr ausgehen könnte, zu entfernen.

 

Was muss ich zum Thema Unfallverhütung und Arbeitssicherheit wissen?

Die Arbeit im Wald gehört immer noch zu den besonders gefährlichen Arbeiten.  Gerade bei der Holzernte kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen, die während eines Maschineneinsatzes (z.B. Motorsäge) oder durch umstürzende Bäume bzw. abbrechende Äste hervorgerufen werden können. Um Unfälle zu vermeiden, müssen verschiedene Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Dazu zählen das Tragen von Schutzkleidung während der Waldarbeit, die Arbeit zu zweit beim Umgang mit der Motorsäge oder Seilwinde, Sicherheitsabstände zu den fallenden Bäumen (doppelte Baumlänge) oder Maßnahmen zur ersten Hilfe.

Als Waldbesitzer sind Sie dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass diese Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Das gilt sowohl, wenn Sie selbst die Tätigkeiten ausführen, als auch besonders, wenn Dritte für Sie Arbeiten übernehmen. Informationen rund um das Thema Unfallverhütung und Arbeitssicherheit erhalten Sie bei Ihrer Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Bei Ihrer Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau finden Sie weitere Informationen zum Thema Arbeitssicherheit.

 

Was hat es mit der Jagd in meinem Wald auf sich?

Als Waldbesitzer sind Sie automatisch auch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft. Wenn Ihr Waldbesitz allerdings größer als 81,755 Hektar (im Hochgebirge und seinen Vorbergen 300 ha) ist, handelt es sich um ein Eigenjagdrevier. Dann gilt Nachfolgendes nicht.

Ihre Waldfläche (kleiner als 81,755 ha bzw. 300 ha im Hochgebirge und den Vorbergen) gehört mit den umliegenden Waldflächen zu einem Jagdbezirk. Dieser wiederum wird in Jagdreviere untergliedert, die von einem oder mehreren Jägern betreut werden.

Die Jagdausübungsberechtigten (Jäger) dürfen das jagbare Wild weidmännisch (tierschutzgerecht) erlegen und verwerten. Sie gewährleisten einen artenreichen und gesunden Wildbestand, sind aber auch verpflichtet, einen behördlich fest gesetzten Abschussplan zu erfüllen, so dass sich die Baumbestände im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen natürlich verjüngen. Es gilt der Grundsatz „Wald vor Wild.“

Für Schäden, die das Schalenwild, Wildkaninchen und Fasanen in Ihrem Waldbesitz verursachen, haftet die Jagdgenossenschaft, sofern nicht der Jagdpächter den Schadenersatz vertraglich übernommen hat.

Die Waldbesitzer erhalten entsprechend ihrer Flächengröße einen Anteil aus der Jagdpacht, den sogenannte Jagdpfennig oder Jagdschilling.

 

Darf ich in meinem Wald jagen?

Voraussetzung für die Jagd ist ein Jagdschein, den Sie mit der Jägerprüfung erwerben. Außerdem müssen Sie ein Jagdrevier pachten oder Sie erhalten durch einen sogenannten Begehungsschein die Erlaubnis von einem Jagdrevierinhaber, in seinem Wald zu jagen.

In Ihrem eigenen Wald können Sie als Eigenjagdinhaber jagen, wenn Ihr Wald eine zusammenhängende Mindestgröße von 81,755 Hektar (im Hochgebirge 300 Hektar) aufweist.

 

Muss ich meinen Wald bewirtschaften?

Der Art. 14 des Bayerisches Waldgesetzes verpflichtet Sie, Ihren Wald ordnungsgemäß zu bewirtschaften und vor Schäden zu bewahren. Daraus leitet sich jedoch keine Bewirtschaftungspflicht ab. Nur bei Befall von Schädlingen, die sich stark vermehren können, sind Sie verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen oder in Ihrem Wald zuzulassen. Wenn sich auf Ihrem Grund eine öffentliche Straße oder Weg befindet, sind Sie ebenfalls für die Sicherheit zuständig.

Auf jeden Fall wird Ihr Wald durch sachgemäß durchgeführte und waldbaulich überlegte Maßnahmen stabiler, gesünder und vitaler. Er kann dadurch Umwelteinflüsse, wie beispielsweise Stürme, Trockenheit, Nassschnee oder auch Schadorganismen besser überstehen.

Jeder Waldbestand ist einzigartig – welche forstliche Maßnahmen sinnvoll, erforderlich oder gar dringend notwendig sind, hängt davon ab, wie die Baumbestände auf Ihren Waldstücken zusammengesetzt sind. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Revierförster vom AELF, er wird Ihre Waldbestände fachlich einschätzen.

 

Zerstört es die Natur, wenn ich Holz schlage?

Eine sachgemäße Waldbewirtschaftung schadet der Natur nicht und in einem bewirtschafteten Wald fühlen sich viele Tier- und Pflanzenarten genauso wohl wie im Unbewirtschafteten. Als Waldbesitzer haben Sie aber die Möglichkeit, Pflanzen und Tiere in Ihrem Wald besonders zu schützen und zu fördern. Lassen Sie sich von Ihrem zuständigen Revierleiter beraten, welche Bäume in Ihrem Wald als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt besonders wertvoll sind (z. B. einzelne Biotop- und Höhlenbäume).

 

Dürfen andere meinen Wald betreten?

Alle Wälder in Bayern und Deutschland sind frei zugänglich, es gilt ein allgemeines Betretungsrecht. Jeder, der Ihren Wald betritt, handelt jedoch auf eigene Gefahr. Dabei  ist ein Jeder zu einem pfleglichen Umgang mit Natur und Landschaft verpflichtet. Reiter und Radfahrer dürfen nur geeignete Wege nutzen und sind von der Bestandesfläche ausgeschlossen.

 

Beratung

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Als Waldbesitzer erhalten Sie eine kostenlose Beratung durch ihren Förster
Forstliche Förderung

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Der Freistaat Bayern unterstützt seine Waldbesitzer finanziell bei der Bewirtschaftung
FAQ

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Waldgesetz

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Das Waldgesetz regelt den Umgang
mit den bayerischen Wäldern