Waldbesitzerinnen Tag Regen

52 Waldbesitzerinnen aus dem Landkreis Regen kamen am Ayrhof und im Wald von Bernhard Bielmeier bei Ramersdorf zum ersten Waldbesitzerinnentag im Landkreis Regen zusammen.

 

 

 

Ayrhof und Ramersdorf, 15.10.2016. Zum ersten Waldbesitzerinnentag im Landkreis Regen eingeladen haben das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen (AELF), die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband (BBV), die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), die Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern (FVN) und die beiden Waldbesitzervereinigungen Viechtach und Regen. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Initiative "mein Wald".

Ein Fortbildungsangebot nur Frauen im Bereich der Weiter- und Fortbildung ist für Stefan Schaffner, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen (AELF), für Katharina Zellner, Kreisbäuerin im BBV, für die Bayerische Waldkönigin Anna Maria Oswald vom Bayerischen Waldbesitzerverband (WBV), für Bernhard Bielmeier, Geschäftsführer der FV Niederbayern und für Konrad Fischer von der SVLFG eine Selbstverständlichkeit.

Denn die vermeintliche „Männerdomäne Wald“ verändert sich schneller als das traditionelle Waldbesitzerbild vermuten lässt. Immer mehr Frauen erben oder übernehmen Waldeigentum im Alleineigentum, tragen zusammen mit dem Ehe- und Lebenspartner die Verantwortung über den gemeinsamen Wald oder kaufen Wald. Im Landkreis Regen handelt es sich hierbei um fast 20.000 ha Wald, für den Frauen die Verantwortung tragen und damit die Trägerinnen für Entscheidungen rund um den Wald sind sowie aktiv Wald gestalten.

Da in Bayern jeder Waldbesitzer über die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau bei forstbetrieblichen Arbeit unfallversichertes Pflichtmitglied ist, konnten alle Waldbesitzerinnen im Landkreis persönlich angeschrieben und zum Waldtag eingeladen werden. Selbst aus Regensburg reisten Waldbesitzerinnen an und die Gruppe erwartete ein umfangreiches Programm zu Wald und Forstwirtschaft unter dem Motto „Wald in Wert setzen - Wissen und Informationen sind der Schlüssel zum Erfolg“. In ihrem Grußwort brachte es die amtierende Bayerische Waldkönigin Anna Maria Oswald, selbst Waldbesitzerstochter aus Drachselsried, auf den Punkt. „wichtig ist, dass wir als Frau nicht alles glauben müssen, was man uns sagt, sondern wir uns zumindest so auskennen, dass wir erkennen, wem wir vertrauen können“.

Aber nur wenn "Frau" dieses Grundwissen hat und weiß, wo man sich dieses Wissen besorgen kann, bleibt der eigene Wald keine Last oder Verpflichtung, sondern Waldeigentum ist wertstiftend: neben eigenem Brennholz und Geldertrag aus Holzverkauf kann Waldeigentum Freude machen, kann Erfüllung sein, sogar Leidenschaft. Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Eigentümer sich mit seinem Wald aktiv auseinandersetzt, dazu gehören Informationen, Wissen, Hintergründe und auch das Wissen, welche Personen und Institutionen Unterstützung und Dienstleistungen anbieten. Das Programm des Waldbesitzerinnen Tages sollte dazu beitragen, die Waldbesitzerinnen mit diesen notwendigen Informationen zu versorgen sowie den Austausch mit Gelichgesinnten Damen zu finden.

Christa Rodenkirchen, Waldbesitzerin und langjährige erste Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Füssen berichtete über Ihre Erfahrungen als Waldbesitzerin. Für Frau Rodenkirchen und die Veranstalter steht außer Frage, dass Fortbildungen speziell für Frauen Sinn machen, denn „manche Frage stellt sich leichter, wenn Frauen unter Frauen sind“, so Kreisbäuerin Katharina Zellner.

Frau Dr. Dr. habil Gabriela Lobinger von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising stellte Grundlegendes und Wesentlichen zur aktuellen Waldschutzsituation in unserem Raum vor. Denn wenn Sturm, Schnee, Borkenkäfer und andere Schadorganismen. Schaden im Wald anrichten, müssen Waldbesitzerinnen wie Waldbesitzer zügig handeln, um noch größeren Schaden zu verhindern. „Nur durch „Saubere Waldwirtschaft“ lassen sich Borkenkäfer-Massenvermehrungen wirkungsvoll eindämmen und es lohnt auch einzelnen befallenen Fichten nachzugehen und diese aufzuarbeiten.“

Konrad Fischer von der SVLFG machte in seinem Beitrag Grundlegendes zur Arbeitssicherheit bei der Waldarbeit bewusst, denn „Leben und Gesundheit ist das wichtigste was wir haben“. Unfälle durch bewusstes Verhalten zu vermeiden und Vorsorge für Arbeitsschutz und für gute Arbeit im Wald beginnt immer mit der richtigen, passenden und funktionalen Kleidung, dem richtigen, sicheren und funktionalen Werkzeug und Ausrüstung und den passenden Arbeitsverfahren. Die Bayerische Waldkönigin zeigte in einer kleinen Modenschau, dass Hersteller und Fachhandel mittlerweile Sicherheitskleidung speziell für die Bedürfnisse von Frauen anbieten.

Lisa Berndl, Försterin bei der Waldbesitzervereinigung Regen und Antonia Seidl, Försterin bei der Waldbesitzervereinigung Viechtach stellten den Waldbesitzerinnen die Leistungen von ihren Vereinigungen vor.

Der Nachmittag wurde der Praxis gewidmet und Bernhard Bielmeier, GEschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern hieß die Waldbesitzerinnen in seinem Wald bei Ramersdorf willkommen. In drei Gruppen diskutierten die Frauen, auf was es bei der Waldwirtschaft ankommt. Dabei wurden die Themen Forststraßen und Rückewege, Holzmachen und Naturverjüngung sowie Naturschutz im Wald währender Führung im Wald veranschaulicht und mit interessierten Fragen der Frauen vertieft.

Zum Schluss stand nochmals das Thema Arbeitssicherheit an. Nachdem eine Fichte gefällt wurde, ging Konrad Fischer zusammen mit den Waldbesitzerinnen die Schritte bei der Fällung mit der Motorsäge durch und wie ein sicherer Fällschnitt aussieht.