Urbaner Bereich – waldortsfern wohnhafte Waldbesitzer

Die traditionellen Beratungs- und Dienstleistungsstrukturen der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse erreichen meist die bäuerlich bzw. regional stark verwurzelten Waldbesitzer. Immer schwerer anzusprechen sind urbanisierte Waldbesitzer, welche oft in größerer räumlicher Distanz zu ihrem Waldbesitz leben. Im Zuge des Waldbesitzertages in Ebersberg wurden systematisch Erfahrungen mit der Ansprache dieser Zielgruppe gesammelt.

Gemeinsam mit der SVLFG konnten 2500 Waldbesitzer aus dem Raum München identifiziert werden, deren Wald in einer überdurchschnittlichen Entfernung zum Wohnort liegt. Ein klassisches Beispiel: Der Waldbesitz befindet sich in Oberfranken, durch die berufliche Situation wohnt der Eigentümer allerdings in München. Diese Zielgruppe, der „waldortsfern wohnhaften Waldbesitzer“ erhielt eine besondere Einladung zum Waldbesitzertag nach Ebersberg. Um Hemmschwellen abzubauen, die Attraktivität der Einladung zu erhöhen und um letztendlich auch ein messbares Ergebnis zu erhalten, enthielt jedes Einladungsschreiben jeweils einen Teilnahmecoupon für ein Preisausschreiben und einen Gutschein für den Waldpflegeordner der Bayerischen Forstverwaltung. Mit Hilfe der Förstersuche wurden vor Ort die regional zuständigen Ansprechpartner ausfindig gemacht und den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern ein individualisierter Waldpflegeordner übergeben.

Insgesamt wurden im Rahmen des Waldbesitzertages in Ebersberg rund 70 Gutscheine für einen Walpflegeordner am Messestand von „mein Wald“ eingelöst.

Hinzukamen noch knapp 30 Kontaktaufnahmen im Vorfeld bzw. Nachgang des Waldbesitzertages per Mail oder Telefon. Die letzte Kontaktaufnahmen durch einen Waldbesitzer erfolgte drei Monate nach der Versendeaktion. Die gemachten Erfahrungen zeigen, dass ein attraktives Produktangebot, in diesem Falle der Waldpflegordner, die Hemmschwellen für eine Kontaktaufnahme herabsetzen und so zu guten Rücklaufquote führen. Wie zu erwarten war, wurden Waldbesitzer mit Flächen aller sieben Regierungsbezirke erreicht. Die Auswertung der Fragen von der Rückseite des Coupons zeigten, dass rund die Hälfte die Beratungsleitungen der ÄELFs nicht kannte und zudem keine Mitgliedschaft in einem Forstwirtschaftlichen Zusammenschluss besaß. Somit konnte bei dieser Gruppe ein deutlicher Erstimpuls gesetzt werden. Ob es nun tatsächlich zu einer Kontaktaufnahme mit Revierleiter der Forstverwaltung oder dem Forstwirtschaftlichen Zusammenschluss kommt, lässt sich leider nicht nachverfolgen. 

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