Waldumbau braucht Holznutzung

Waldumbau braucht Holznutzung
Erträge aus der Holznutzung sind die Basis für einen ökonomisch nachhaltig wirtschaftenden Forstbetrieb
 
Berlin, 26.11.2014: Im Zeitraum von 2002 bis 2012 sind in Deutschland durchschnittlich 76 Millionen Kubikmeter Rohholz pro Jahr genutzt worden. Alle Waldbesitzer und Forstbetriebe leisten mit ihrem nachhaltigen Holzeinschlag einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung der heimischen Säge-,
Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Energieholzindustrie. „Die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz unterstützt den Waldumbau, stärkt die heimischen Forstbetriebe, sichert Arbeitsplätze und fördert regionale Rohstoff- und Wirtschaftskreisläufe“, so Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen
Forstwirtschaftsrates (DFWR).

 

Die Erträge aus dem Holzverkauf sichern die ökonomische Nachhaltigkeit der Forstbetriebe. Je nach Betriebsstruktur stammen bis zu 90 Prozent der Erträge aus dem Holzverkauf. Der nachwachsende und heimische Rohstoff Holz hat eine breite Verwendungsmöglichkeit. Neben Bau- und Möbelholz wird er beispielsweise in der Papier- und Holzwerkstoffindustrie verwendet. Auch als Energieträger in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder klassischem Brennholz ist heimisches Holz sehr beliebt. „Der weiter voranschreitende Klimawandel bereitet unseren Waldbesitzern und Förstern immer wieder Kopfzerbrechen. Der schrittweise Umbau unserer Wälder ist von elementarer Bedeutung, damit diese den zukünftigen Klimaänderungen widerstehen können“, so Schirmbeck weiter. Die aktuellen Ergebnisse der Bundeswaldinventur dokumentieren deutlich die erfolgreiche Arbeit der Waldbesitzer und Forstleute in den letzten Jahren:

  • sieben Prozent mehr Laubbäume gegenüber dem Jahr 2002,
  • Mischwälder auf 76 Prozent der Fläche,
  • Anstieg der mit verschiedenen Baumarten bestockten Fläche um fünf Prozent im letzten Jahrzehnt.

Waldbesitzer und Forstleute setzen alles daran, dass sich der Anteil der Mischwälder auch in den nächsten Jahren kontinuierlich erhöht. „Gemischte Bestände haben in der Regel bessere Voraussetzungen, wenn wir es mit Umweltveränderungen zu tun haben. Insbesondere die mit den Mischbeständen einhergehende waldbauliche und betriebliche Risikostreuung ist für den Wald und jeden Waldbesitzer von Vorteil“, verdeutlicht Dr. Markus Ziegeler, Geschäftsführer des DFWR, die aktuelle Situation.

Wichtig sei jedoch, dass die Ertragsbasis der Waldbesitzer auch in der Zukunft gewahrt bleibt. Die Holzversorgung der heimischen Industrie darf sich unter dem Aspekt des Waldumbaus nicht zum Nachteil entwickeln. „Insbesondere das Nadelholz ist für die Waldbesitzer und Holzindustrie auch zukünftig von großer Bedeutung. Nur ökonomisch gesunde Forstbetriebe verfügen über die erforderliche Finanzkraft, um ihren Wald so umzubauen, dass er zukünftig dem Klimawandel trotzen kann. Nadelholz wird aus betriebswirtschaftlichen Gründen und wegen seiner technischen Holzeigenschaften auch weiterhin einen bedeutenden Anteil in unseren Zukunftswäldern einnehmen“, so Ziegeler weiter.

Die Holzvorräte befinden sich nach den vorliegenden Ergebnissen der dritten Bundeswaldinventur auf Rekordniveau. Mit einem Gesamtholzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmeter und somit von 336 Kubikmetern pro Hektar nimmt Deutschland eine Spitzenposition im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union ein. Zugleich ist der Zuwachs immer noch größer als die Nutzung, was einen weiteren Aufbau der Holzvorräte zur Folge hat. Holznutzung und natürliches Absterben von Bäumen erreichen gegenwärtig 87 Prozent des Zuwachses. „Ich erkenne bei diesen Zahlen nicht, dass in Deutschland Forstwirtschaft zu Lasten der Waldökologie oder stabiler naturnaher Wälder durchgeführt wird. Diesen immer wiederkehrenden Vorwurf muss ich vehement zurückweisen. Ganz im Gegenteil, wenn wir unseren Wald umbauen wollen, damit er den sich verändernden Umweltbedingungen trotzen kann, dann müssen wir ihn nutzen. Waldumbau ohne Holznutzung, das geht nicht“, betont Schirmbeck. „Ein weiterer Vorratsaufbau kann sich für Forstbetriebe durchaus zu einem betrieblichen Risiko entwickeln. Sturmereignisse wie Kyrill haben gezeigt, wie schnell hohe Holzvorräte über Nacht an Substanz und finanziellem Wert verlieren können. Die waldbauliche Kunst besteht darin, Vorrat, Zuwachs und Nutzung im Rahmen einer nachhaltigen Bewirtschaftung so auszutarieren, dass Betriebe auch in Zukunft ertragbringend und mit begrenztem Risiko wirtschaften können“, ergänzt Ziegeler.

Quelle: DFWR